Electrophysiology CINRE, hospital BORY
Vorhofflimmern: Leitlinien (2026) Kompendium / 8.5 Thromboembolien trotz Antikoagulation bei Vorhofflimmern

Thromboembolien trotz Antikoagulation bei Vorhofflimmern


Eine orale Antikoagulationstherapie reduziert das Risiko für Thromboembolien bei Patienten mit Vorhofflimmern (VHF) signifikant.

Trotz Antikoagulationstherapie erleiden 30 % der Patienten mit VHF einen ischämischen Schlaganfall. Zu den Hauptursachen zählen:

  • Nichtadhärenz zur Medikation
  • Ruptur einer arteriellen atherosklerotischen Plaque (nicht VHF-bedingt)
  • Unterdosierung
  • Resistenz gegenüber Antikoagulanzien
  • Arzneimittelinteraktionen
  • Thrombophile Zustände (Antiphospholipid-Syndrom)
Infografik zur Darstellung eines Thromboembolismus trotz Antikoagulation bei einem Patienten mit Vorhofflimmern, einschließlich Therapie mit NOAK oder Warfarin und Auftreten eines ischämischen Schlaganfalls.

Zur Sekundärprävention eines rezidivierenden Schlaganfalls kann Folgendes erwogen werden:

  • zusätzliche Thrombozytenaggregationshemmung zur Antikoagulationstherapie, was das Blutungsrisiko erhöht
  • Wechsel der Antikoagulationstherapie zu einem Wirkstoff mit anderem Wirkmechanismus:
    • NOAK → Warfarin
    • NOAK → NOAK mit anderem Wirkmechanismus (Apixaban → Dabigatran).
Thromboembolien und Vorhofflimmern unter Antikoagulationstherapie Klasse
Bei einem Patienten mit Vorhofflimmern (VHF) unter Antikoagulationstherapie, der einen Schlaganfall entwickelt, wird eine umfassende Abklärung empfohlen. I
Bei einem Patienten mit VHF unter Antikoagulationstherapie, der einen Schlaganfall entwickelt, kann ein Wechsel der Antikoagulationstherapie erwogen werden. IIb
Bei einem Patienten mit VHF unter Antikoagulationstherapie, der einen Schlaganfall entwickelt, kann eine zusätzliche Thrombozytenaggregationshemmung zur Antikoagulation erwogen werden. IIb

Diese Leitlinien sind inoffiziell und stellen keine offiziellen Leitlinien dar, die von einer kardiologischen Fachgesellschaft herausgegeben wurden. Sie dienen ausschließlich zu Bildungs- und Informationszwecken.

Peter Blahut, MD

Peter Blahut, MD (Twitter(X), LinkedIn, PubMed)