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Vorhofflimmern: Leitlinien (2026) Kompendium / 7.4.3 Kardiale Amyloidose und Vorhofflimmern

Kardiale Amyloidose und Vorhofflimmern


Die Amyloidose ist eine systemische infiltrative Erkrankung, bei der Amyloid im Extrazellulärraum des Myokards abgelagert wird; dieser Zustand wird als kardiale Amyloidose bezeichnet.

Illustration von Vorhofflimmern bei kardialer Amyloidose mit hyperechogenem linken Ventrikel in der Echokardiographie und Indikation zur Antikoagulation mit NOAK oder Warfarin.

Kardiale Amyloidose

  • führt zu einer ventrikulären Hypertrophie ohne Dilatation und zu einer diastolischen Dysfunktion infolge „steifer Ventrikel“,
    • was zu einer restriktiven Kardiomyopathie und nachfolgender atrialer Dilatation führt.
  • Die Infiltration der Klappen führt häufig zu einer Aortenstenose.
  • Die kardiale Amyloidose mit Vorhofflimmern (VHF) stellt ein hohes thromboembolisches Risiko dar,
    • da die Vorhöfe infolge von Amyloidablagerungen dilatiert und remodelliert sind.

Die Amyloidose kann

  • hereditär sein, was sehr selten ist (< 1%)
  • erworben (senil)
    • bei 10–20% der Patienten > 65 Jahre mit HFpEF (Herzinsuffizienz mit erhaltener Ejektionsfraktion) vorhanden
    • im höheren Alter beginnt die Leber infolge veränderter Proteinsynthese Amyloid zu produzieren

Eine Aortenstenose liegt bei 10–20% der Patienten mit kardialer Amyloidose vor.

VHF liegt bei 50–70% der Patienten mit kardialer Amyloidose vor.

Die kardiale Amyloidose mit VHF ist mit einem thromboembolischen Risiko von 5–10% pro Jahr assoziiert

  • bei Patienten ohne Antikoagulation
Antikoagulation und kardiale Amyloidose Klasse
Bei Patienten mit kardialer Amyloidose und Vorhofflimmern ist eine Antikoagulation (bevorzugt DOAK) immer indiziert, unabhängig vom CHA2DS2-VA-Score. I

Die kardiale Amyloidose zeigt charakteristische Befunde im EKG und in der transthorakalen Echokardiographie, die in der nachstehenden Tabelle zusammengefasst sind.

Zur definitiven Diagnosestellung der kardialen Amyloidose werden verwendet:

  • Kardiale MRT, kardiale Szintigraphie und endomyokardiale Biopsie
Kardiale Amyloidose – EKG und transthorakale Echokardiographie (TTE)
Untersuchung Charakteristische Befunde
EKG
  • Niedrige QRS-Amplitude (< 5 mm in den Extremitätenableitungen, < 10 mm in den Brustwandableitungen)
  • Pseudoinfarkt-Muster mit Q-Zacken (in Brustwand- oder inferioren Ableitungen)
    • ohne Anamnese eines Myokardinfarkts
  • Erregungsleitungsstörungen:
    • AV-Block I.–III. Grades
    • Schenkelblock
    • Intraventrikuläre Leitungsverzögerung
TTE
  • Konzentrische linksventrikuläre Hypertrophie
  • HFpEF (Herzinsuffizienz mit erhaltener Ejektionsfraktion)
  • Atriale Dilatation
  • Hyperechogene hypertrophierte Ventrikel (Amyloid erhöht die Echogenität)

Diese Leitlinien sind inoffiziell und stellen keine offiziellen Leitlinien dar, die von einer kardiologischen Fachgesellschaft herausgegeben wurden. Sie dienen ausschließlich zu Bildungs- und Informationszwecken.

Peter Blahut, MD

Peter Blahut, MD (Twitter(X), LinkedIn, PubMed)