Eine aktive onkologische Erkrankung ist der Zeitraum, in dem unerwünschte Ereignisse und Komplikationen im Zusammenhang mit einer Tumorerkrankung am häufigsten auftreten.
Eine aktive onkologische Erkrankung ist definiert als:
Onkologische Erkrankungen führen zu chronischer Inflammation mit atrialem Remodeling. Auch Radiotherapie und Chemotherapie fördern atriales Remodeling; somit schaffen sowohl die Tumorerkrankung selbst als auch ihre Therapie ein Substrat für VHF.
VHF ist bei 2–28% der onkologischen Patienten vorhanden.
Onkologische Operationen sind ein Risikofaktor für neu diagnostiziertes VHF.
Die Inzidenz von neu diagnostiziertem VHF beträgt:
Onkologische Erkrankungen verursachen eine chronische Inflammation mit Freisetzung von Zytokinen und Gerinnungsfaktoren, die sowohl prokoagulatorische als auch prohämorrhagische Effekte haben können. Daher besteht bei onkologischen Patienten ein erhöhtes Risiko sowohl für Blutungen als auch für Thrombosen. Es kann eine paradoxe Situation auftreten, in der ein onkologischer Patient gleichzeitig eine Thrombose entwickelt und blutet.
Das Risiko für Thromboembolien bei onkologischen Patienten beträgt 2–10%.
Das Risiko für Thromboembolien bei onkologischen Patienten mit VHF beträgt 2,13%:
Blutungsmanifestationen (Epistaxis, Gingivablutung, Hämaturie, Blut im Stuhl) unter adäquater Antikoagulationstherapie bei Patienten mit VHF
Eine Antikoagulationstherapie sollte bei onkologischen Patienten mit VHF und hohem Blutungsrisiko nicht erfolgen:
| Thrombozytopenie und Antikoagulationstherapie bei Vorhofflimmern | |
|---|---|
| Thrombozyten | Empfehlung |
| >50 × 109/l | Gabe eines NOAK oder LMWH. |
| 30 – 50 × 109/l | LMWH bevorzugt; Dosisreduktion kann erwogen werden. |
| <30 × 109/l | Keine Antikoagulation; Thrombozytentransfusion. |
NOAK – Nicht-Vitamin-K-abhängiges orales Antikoagulans (Dabigatran, Rivaroxaban, Apixaban, Edoxaban). LMWH – Niedermolekulares Heparin (Enoxaparin, Dalteparin, Nadroparin)
Bevorzugte Antikoagulation bei onkologischen Patienten ist LMWH (Dalteparin, Enoxaparin). Vorteile von LMWH:
LMWH ist bei gastrointestinalen und urogenitalen Tumoren bevorzugt.
Die bevorzugte Antikoagulationstherapie bei onkologischen Patienten mit VHF ist:
| Onkologische Patienten und Vorhofflimmern | Klasse |
|---|---|
| Bevorzugte Antikoagulationstherapie bei onkologischen Patienten mit VHF ist LMWH oder NOAK. | I |
| Eine Antikoagulationstherapie bei VHF ist sicher, wenn >50 × 109/l Thrombozyten vorliegen und keine Blutungsmanifestationen bestehen. | I |
Eine Antikoagulationstherapie bei Patienten mit VHF sollte nach Rücksprache mit einem Onkologen in reduzierter Dosis erfolgen, wenn vorliegen:
|
I |
| Eine Antikoagulationstherapie sollte nicht erfolgen bei <30 × 109/l Thrombozyten. | III |
| Eine Antikoagulationstherapie kann bei CHA2DS2-VA-Score 0 erwogen werden. | IIb |
LMWH – Niedermolekulares Heparin (Enoxaparin, Nadroparin), NOAK – Nicht-Vitamin-K-abhängige orale Antikoagulanzien (Dabigatran, Rivaroxaban, Apixaban, Edoxaban)
Diese Leitlinien sind inoffiziell und stellen keine offiziellen Leitlinien dar, die von einer kardiologischen Fachgesellschaft herausgegeben wurden. Sie dienen ausschließlich zu Bildungs- und Informationszwecken.