Bei mittelgradiger oder hochgradiger Mitralklappenstenose kommt es zu einer Druckbelastung und zu einem progredienten Remodeling des linken Vorhofs. Dadurch entsteht ein Substrat für Vorhofflimmern (VHF) und für die Thrombusbildung (am häufigsten im linken Vorhofohr).
| Mitralklappenstenose – Klassifikation (Echokardiographie) | |||
|---|---|---|---|
| Echo-Parameter | Leicht | Mittelgradig | Hochgradig |
| MVA (cm²) Mitralklappenfläche |
> 1,5 | 1 – 1,5 | < 1 |
| MV meanPG (mmHg) Mittlerer Mitralklappen-Druckgradient |
< 5 | 5 – 10 | > 10 |
| RVSP (mmHg) Rechtsventrikulärer systolischer Druck |
< 30 | 30 – 50 | > 50 |
Aufgrund der Stenose entsteht eine Blutstase im linken Vorhof und im linken Vorhofohr. Es entwickelt sich ein hyperkoagulatorischer Zustand im Vorhof, der durch VHF zusätzlich verstärkt wird.
Daher erfordern VHF und eine mittelgradige oder hochgradige Mitralklappenstenose eine Antikoagulation mit Warfarin (nicht DOAK), unabhängig vom CHA2DS2-VA-Score.
Die Prävalenz der Mitralklappenstenose in der Bevölkerung beträgt < 1%.
VHF liegt bei 50–80% der Patienten mit mittelgradiger oder hochgradiger Mitralklappenstenose vor.
VHF bei mittelgradiger oder hochgradiger Mitralklappenstenose ist mit einem thromboembolischen Risiko von 5–10% pro Jahr assoziiert.
| Antikoagulation und Mitralklappenstenose | Klasse |
|---|---|
| Bei Patienten mit Vorhofflimmern und mittelgradiger oder hochgradiger Mitralklappenstenose ist Warfarin immer indiziert, unabhängig vom CHA2DS2-VA-Score. | I |
Diese Leitlinien sind inoffiziell und stellen keine offiziellen Leitlinien dar, die von einer kardiologischen Fachgesellschaft herausgegeben wurden. Sie dienen ausschließlich zu Bildungs- und Informationszwecken.