Electrophysiology CINRE, hospital BORY
Vorhofflimmern: Leitlinien (2026) Kompendium / 6.1.5 Körperliche Aktivität

Körperliche Aktivität


Eine regelmäßige aerobe körperliche Aktivität wird zur Prävention des Vorhofflimmerns (VHF) und aller kardiovaskulären Erkrankungen empfohlen.

Bei Patienten mit VHF wird – sofern das VHF die Sportausübung nicht einschränkt – Folgendes empfohlen:

  • Moderate aerobe Aktivität (zügiges Gehen, Radfahren, Laufen, Wandern):
    • 30 Minuten täglich, an mindestens 5 Tagen pro Woche.
  • Die Zielherzfrequenz beträgt 50–70 % der maximalen Herzfrequenz.
    • Die maximale Herzfrequenz wird nach der Formel berechnet: 220 − Lebensalter.
Illustration zur Darstellung von Bewegungsmangel als Risikofaktor für Vorhofflimmern mit EKG-Aufzeichnung der Arrhythmie.
Körperliche Aktivität
Definition
  • Jede durch die Skelettmuskulatur erzeugte Körperbewegung, die zu einem Energieverbrauch oberhalb des Grundumsatzes führt.
Symptome (bei unzureichender körperlicher Aktivität)
  • Schwäche
  • Belastungsintoleranz
  • Erhöhte Herzfrequenz
  • Angst
  • Depressive Stimmung
  • Insomnie
  • Konzentrationsstörungen
Diagnose
  • Gezielte Befragung, ob der Patient mindestens 5 Tage pro Woche für 30 Minuten eine moderate aerobe Aktivität (zügiges Gehen, Radfahren, Laufen, Wandern) durchführt.

Die Inzidenz von VHF ist bei Extrem- und Leistungssportlern im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung 2- bis 10-fach erhöht.

  • Extremer Ausdauersport (Marathon, Triathlon, Laufen, Radfahren, Schwimmen) führt zu einem ausgeprägteren kardialen Remodeling mit Fibrose und linksatrialer Dilatation und schafft dadurch ein Substrat für VHF.
    • Bei Sportlern entwickelt sich das sogenannte vagale VHF.
Körperliche Aktivität und Vorhofflimmern Klasse
Regelmäßige moderate aerobe Aktivität (zügiges Gehen, Radfahren, Laufen),
  • mindestens 5 Tage pro Woche für 30 Minuten,
  • reduziert die Inzidenz und verbessert den klinischen Verlauf des Vorhofflimmerns (VHF).
  • Das VHF darf die Sportausübung jedoch nicht einschränken.
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Diese Leitlinien sind inoffiziell und stellen keine offiziellen Leitlinien dar, die von einer kardiologischen Fachgesellschaft herausgegeben wurden. Sie dienen ausschließlich zu Bildungs- und Informationszwecken.

Peter Blahut, MD

Peter Blahut, MD (Twitter(X), LinkedIn, PubMed)