Die schwerwiegendste Komplikation der Kardioversion (pharmakologisch oder elektrisch) ist der kardioembolische Schlaganfall.
Vor jeder Kardioversion muss ein Thrombus im linken Vorhof ausgeschlossen werden, insbesondere im linken Vorhofohr.
Ein Parameter, der das Risiko einer Thrombusbildung im Vorhofohr widerspiegelt, ist die Entleerungsgeschwindigkeit des linken Vorhofohrs,
| Entleerungsgeschwindigkeit des linken Vorhofohrs und Risiko der Thrombusbildung im Vorhofohr | |
|---|---|
| Entleerungsgeschwindigkeit | Thromboserisiko – persistierendes/permanentes VHF unter Antikoagulation |
| < 20 cm/s | 15–20 % |
| 20–40 cm/s | 5–10 % |
| 40–50 cm/s | < 2–5 % |
| > 50 cm/s | < 1 % |
Alle Scoresysteme, die das thromboembolische Risiko bei VHF adressieren (aktuell der CHA2DS2-VA-Score),
Ein Scoresystem, das das Risiko einer Thrombusbildung im linken Vorhof (Vorhofohr) abbildet, steht nicht zur Verfügung.
| Risiko der Embolisation eines Thrombus aus dem linken Vorhofohr | ||
|---|---|---|
| Situation | Risiko | Zeitraum |
| Ohne Antikoagulation | 5–20 % | innerhalb von 1 Jahr |
| Unter Antikoagulation | < 2 % | innerhalb von 1 Jahr |
| Während der Kardioversion | 10–15 % | peri-prozedural |
Liegt ein Vorhofthrombus vor, am häufigsten im Vorhofohr, dann
| Thrombusauflösung unter Antikoagulation | ||
|---|---|---|
| Behandlungsdauer | Wahrscheinlichkeit der Thrombusauflösung | Hinweis |
| 4 Wochen | 50–70 % | DOAK oder Warfarin |
| 6–12 Wochen | 70–80 % | DOAK oder Warfarin |
Ein kardioembolischer Schlaganfall während und nach Kardioversion kann auftreten aufgrund von:
Vorhof-Stunning
Vorhof-Stunning – echokardiographische Risikofaktoren:
Eine Antikoagulation ist für 4 Wochen vor der Kardioversion (pharmakologisch oder elektrisch) indiziert,
| TEE vor Kardioversion – Indikationen trotz Antikoagulation |
|---|
| Anamnese einer transitorischen ischämischen Attacke (TIA) |
| Anamnese eines Schlaganfalls |
| Unregelmäßige Einnahme von Antikoagulanzien |
| INR < 2 (unter Warfarin) |
| Anamnese eines intrakardialen Thrombus (insbesondere im linken Vorhofohr) |
| Anamnese einer Entleerungsgeschwindigkeit des linken Vorhofohrs < 20 cm/s |
Der Patient muss vor Kardioversion keine 4 Wochen Antikoagulation erhalten,
Das Risiko eines kardioembolischen Schlaganfalls innerhalb der ersten 30 Tage nach Kardioversion (pharmakologisch oder elektrisch)
Nach elektrischer Kardioversion wird immer eine Antikoagulation für 4 Wochen verabreicht (unabhängig von Erfolg oder Misserfolg),
Nach pharmakologischer Kardioversion wird ebenfalls immer eine Antikoagulation für 4 Wochen verabreicht,
Nach erfolgloser pharmakologischer Kardioversion muss keine Antikoagulation verabreicht werden,
Vor dringlicher oder akuter Kardioversion kann die Thromboembolieprävention beinhalten:
| Antikoagulation und Kardioversion | Klasse |
|---|---|
| Vor elektiver Kardioversion (pharmakologisch oder elektrisch) bei Vorhofflimmern/-flattern wird eine Antikoagulation (DOAK oder Warfarin) über mindestens 4 Wochen empfohlen, unabhängig vom CHA₂DS₂-VA-Score. | I |
| Vor elektiver Kardioversion (pharmakologisch oder elektrisch) bei Vorhofflimmern/-flattern wird eine transösophageale Echokardiographie (nicht älter als 24 Stunden) zum Ausschluss eines Thrombus im linken Vorhof empfohlen, wenn vor der Kardioversion keine Antikoagulation über mindestens 4 Wochen erfolgt ist. | I |
Ein Thrombus im linken Vorhof gilt als ausgeschlossen, wenn alle folgenden Kriterien erfüllt sind:
|
I |
| Nach Kardioversion (pharmakologisch oder elektrisch) wird eine Antikoagulation für mindestens 4 Wochen empfohlen, unabhängig vom Erfolg der Kardioversion, vom Vorliegen eines Sinusrhythmus (in diesen 4 Wochen) und unabhängig vom CHA₂DS₂-VA-Score. | I |
Diese Leitlinien sind inoffiziell und stellen keine offiziellen Leitlinien dar, die von einer kardiologischen Fachgesellschaft herausgegeben wurden. Sie dienen ausschließlich zu Bildungs- und Informationszwecken.