Angeborene Herzerkrankungen (AHF) treten bei 3–6/1 000 Personen auf. Zu den häufigsten AHF gehören:
Vorhofflimmern (VHF) tritt bei 20% der Patienten mit AHF auf.
Aufgrund medizinischer Fortschritte steigt die Zahl der Patienten mit AHF, und sie erreichen ein höheres Lebensalter. Aufgrund der niedrigen Prävalenz und des breiten Spektrums angeborener Herzerkrankungen basieren Empfehlungen für AHF jedoch auf weniger robuster Evidenz im Vergleich zu Empfehlungen beispielsweise für VHF oder arterielle Hypertonie.
Die meisten AHF stellen aufgrund nicht-physiologischer und turbulenter Blutströmung eine thrombogene Situation dar; daher wird bei einigen AHF und VHF eine Antikoagulation unabhängig vom CHA2DS2-VA-Score eingeleitet.
Eine Antikoagulation bei Patienten mit VHF ist unabhängig vom CHA2DS2-VA-Score in folgenden Fällen indiziert:
Bei anderen Patienten mit AHF und VHF richtet sich die Antikoagulation nach dem CHA2DS2-VA-Score.
Bei valvulärem VHF sollte stets Warfarin (nicht ein NOAK) verabreicht werden, unabhängig vom CHA2DS2-VA-Score und der AHF.
Valvuläres VHF bedeutet, dass der Patient VHF und eine Klappenerkrankung hat, konkret:
Zur Frequenzkontrolle bei VHF können verabreicht werden:
Zur Rhythmuskontrolle bei VHF kann verabreicht werden:
| Angeborene Herzerkrankungen und Vorhofflimmern | Klasse |
|---|---|
Eine Antikoagulation sollte bei jedem Patienten mit VHF oder Vorhofflattern und folgender angeborener Herzerkrankung erfolgen:
|
IIa |
Diese Leitlinien sind inoffiziell und stellen keine offiziellen Leitlinien dar, die von einer kardiologischen Fachgesellschaft herausgegeben wurden. Sie dienen ausschließlich zu Bildungs- und Informationszwecken.