Übergewicht und Adipositas sind Zustände, die durch eine übermäßige Fettansammlung infolge einer langfristig positiven Energiebilanz (Energieaufnahme übersteigt Energieverbrauch) gekennzeichnet sind. Beide sind mit einem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen, Typ-2-Diabetes mellitus und weitere metabolische Komplikationen assoziiert.
Das das Herz und die Vorhöfe umgebende Fettgewebe fördert eine chronische Inflammation, die zu Fibrose und atrialem Remodeling führt. Dadurch entsteht ein Substrat für Vorhofflimmern (VHF).
| Übergewicht und Adipositas | |
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Definition
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Symptome
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Diagnose
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Eine Gewichtsreduktion >10 % oder das Erreichen eines BMI <27 kg/m² reduziert die Inzidenz, die Last und das Rezidiv von VHF.
Nach erfolgreicher VHF-Ablation steigt das Risiko für ein Rezidiv des VHF und anderer atrialer Arrhythmien um 13 % mit jeder Zunahme des BMI um 5 kg/m².
| Übergewicht, Adipositas und Vorhofflimmern | Klasse |
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| Ein BMI <27 kg/m² oder eine Gewichtsreduktion >10 % bei Patienten mit Übergewicht oder Adipositas reduziert die Inzidenz und verbessert den klinischen Verlauf des Vorhofflimmerns. | I |
| Nach erfolgreicher Vorhofflimmern-Ablation steigt das Risiko für ein Rezidiv des VHF und anderer atrialer Arrhythmien um 13 % mit jeder Zunahme des BMI um 5 kg/m². | I |
| Der Ziel-BMI bei Patienten mit Vorhofflimmern beträgt <27 kg/m². | I |
| Bei Patienten mit BMI >40 kg/m² sollte eine bariatrische Operation erwogen werden. | IIb |
Diese Leitlinien sind inoffiziell und stellen keine offiziellen Leitlinien dar, die von einer kardiologischen Fachgesellschaft herausgegeben wurden. Sie dienen ausschließlich zu Bildungs- und Informationszwecken.