Time in Therapeutic Range (TTR) und Warfarin
Eine Warfarin-Therapie gilt als adäquat:
- wenn der Patient eine INR von 2–3 während mindestens 70 % des Beobachtungszeitraums aufrechterhält.
- Beispielsweise muss bei einer Warfarin-Einnahme über 100 Tage die INR an mindestens 70 Tagen im Bereich von 2–3 liegen (70 %).
- In der klinischen Praxis ist eine tägliche INR-Messung über 100 Tage unrealistisch.
- Der Parameter, der diese Information liefert, wird als TTR (Time in Therapeutic Range) bezeichnet,
- und beschreibt die Zeit im therapeutischen Bereich.
Die TTR gibt an, wie viel Prozent eines bestimmten Zeitraums (z. B. 100 Tage) der Patient eine INR von 2–3 aufweist. Die TTR muss ärztlich berechnet werden.
- TTR 70 % bedeutet, dass bei einer Warfarin-Einnahme über 100 Tage die INR an 70 Tagen im Bereich von 2–3 und an 30 Tagen außerhalb dieses Bereichs lag.
Da eine tägliche INR-Messung nicht möglich ist, wird zur Berechnung der TTR die sogenannte Rosendaal-Methode verwendet,
- die davon ausgeht, dass die INR im Zeitverlauf allmählich und linear ansteigt bzw. abfällt.
- Beispielsweise misst der Arzt die INR zweimal im Abstand von 10 Tagen:
- Tag 1 – INR 2.5
- Tag 10 – INR 1.5
Die Rosendaal-Methode geht von einem linearen Abfall der INR über 10 Tage (2.5 → 1.5) aus.
- Mithilfe einer Formel wird berechnet, dass die INR an Tag 5 unter 2 gefallen ist.
- Der Patient hatte somit an 5 Tagen eine INR von 2–3 und an 5 Tagen eine INR < 2. Die TTR für diese 10 Tage beträgt 50 %.
Aufgrund der technischen und mathematischen Komplexität wird die TTR in der Praxis nur selten verwendet.
- Im klinischen Alltag wird die „TTR“ häufig vereinfacht berechnet, indem jeder INR-Wert gleich gewichtet wird.
- Hat ein Patient 10 INR-Messungen und liegen 4 außerhalb des therapeutischen Bereichs, beträgt die TTR 60 %.
| Time in Therapeutic Range (TTR) und Vorhofflimmern |
Klasse |
| In der klinischen Praxis kann die TTR (Time in Therapeutic Range) unter Warfarin-Therapie mithilfe der Rosendaal-Methode bestimmt werden. |
IIb |