Vorhofflimmern (VHF) ist die häufigste Arrhythmie während der Schwangerschaft.
Die Prävalenz von VHF während der Schwangerschaft nimmt zu; die wichtigsten Risikofaktoren sind:
Das größte Risiko ist mit tachykardem VHF (Herzfrequenz >100/min) verbunden,
| Auftreten von Vorhofflimmerepisoden (VHF) während der Schwangerschaft | |
|---|---|
| Auftreten von VHF | Schwangerschaft |
| < 0.5 % | Gesunde Schwangere |
| 3 – 5 % | Schwangere mit struktureller Herzerkrankung |
| 5 – 10 % | Schwangere mit Hyperthyreose |
| 15 – 30 % | Schwangere mit Anamnese eines paroxysmalen VHF |
Wenn während der Schwangerschaft eine Antikoagulation erforderlich ist, sollte ausschließlich ein LMWH (niedermolekulares Heparin) in therapeutischer Dosierung verabreicht werden:
NOAK werden während der Schwangerschaft nicht empfohlen.
Warfarin wird während der Schwangerschaft nicht empfohlen und ist kontraindiziert bei:
Zur Frequenzkontrolle bei VHF können β₁-selektive Betablocker verabreicht werden: Metoprolol.
Wenn die Frequenzkontrolle bei VHF mit einem Betablocker nicht erfolgreich ist, kann Folgendes erwogen werden:
Bei tachykardem VHF mit hämodynamischer Instabilität wird eine elektrische Kardioversion empfohlen.
In schweren Fällen kann eine VHF-Ablation durchgeführt werden, jedoch ohne Fluoroskopie (Zero-Fluoro-Technik).
| Schwangerschaft und Vorhofflimmern | Klasse |
|---|---|
| Elektrische Kardioversion wird bei VHF mit hämodynamischer Instabilität empfohlen. | I |
| Elektrische Kardioversion wird bei präexzitiertem VHF mit hämodynamischer Instabilität empfohlen. | I |
| β₁-selektive Betablocker (außer Atenolol) werden zur Frequenzkontrolle bei VHF empfohlen. | I |
| Elektrische Kardioversion sollte bei hypertropher Kardiomyopathie und persistierendem VHF erwogen werden. | IIa |
| Digoxin kann zur Frequenzkontrolle bei VHF verabreicht werden, wenn Betablocker unwirksam sind oder nicht vertragen werden. | IIa |
| Ibutilid oder Flecainid (intravenös) kann zur Terminierung von VHF bei einer stabilen Patientin ohne strukturelle Herzerkrankung erwogen werden. | IIb |
| Flecainid oder Propafenon kann zur langfristigen Rhythmuskontrolle erwogen werden, wenn Medikamente zur Frequenzkontrolle (Betablocker, Digoxin) versagen. | IIb |
Bei präexzitiertem VHF sind folgende Medikamente kontraindiziert:
|
III |
| Wenn eine Antikoagulation indiziert ist, wird LMWH empfohlen. | I |
| Warfarin ist im ersten Trimenon und nach der 36. Schwangerschaftswoche kontraindiziert. | III |
LMWH - Niedermolekulares Heparin (Enoxaparin, Nadroparin)
Diese Leitlinien sind inoffiziell und stellen keine offiziellen Leitlinien dar, die von einer kardiologischen Fachgesellschaft herausgegeben wurden. Sie dienen ausschließlich zu Bildungs- und Informationszwecken.