Electrophysiology CINRE, hospital BORY
Vorhofflimmern: Leitlinien (2026) Kompendium / 1.3 Empfehlungsklassen der Leitlinien

Empfehlungsklassen der Leitlinien


Das Kompendium der Guidelines 2026 für Vorhofflimmern (AF) enthält zahlreiche Empfehlungen.

Jede Empfehlung bezieht sich auf eine spezifische diagnostische Untersuchung, einen Eingriff oder eine Therapie. Eine Empfehlung (diagnostische Untersuchung, Eingriff, Therapie) bringt dem Patienten einen bestimmten Nutzen.

Der Nutzen jeder einzelnen Empfehlung wird mithilfe eines einfachen Klassifikationssystems bewertet, das jeder Empfehlung eine Klasse zuordnet.

Das Bewertungssystem des Kompendiums der Guidelines 2026 für AF, ähnlich den Leitlinien der European Society of Cardiology, verwendet vier Klassen. Je höher die Klasse, desto größer ist der Nutzen der Empfehlung (Diagnostik, Verfahren oder Therapie) für den Patienten.

Farbkodiertes Schema der Empfehlungsklassen bei Vorhofflimmern mit Darstellung der Klassen I, IIa, IIb und III entsprechend der Stärke kardiologischer Leitlinien.

Das Klassifikationssystem ordnet jeder Empfehlung eine Klasse zu. Die jeweilige Klasse basiert auf Daten aus Publikationen, klinischen Studien sowie dem Konsens von Kardiologinnen und Kardiologen.

Bei einem konkreten Patienten sollte stets die Empfehlung (diagnostische Untersuchung, Eingriff, Therapie) mit dem größten Nutzen, d. h. mit der „höchsten Klasse“, angewendet werden.

Das Kompendium der Guidelines 2026 für AF verwendet vier Klassen, die es Ärzten ermöglichen, schnell und einfach zu bestimmen, welche Empfehlung den größten Nutzen für den Patienten bietet.

Klasse Interpretation Erläuterung Nutzen für den Patienten
I Wird empfohlen Die Evidenz zeigt, dass die diagnostische Untersuchung, der Eingriff oder die Therapie nützlich, sinnvoll und wirksam ist. Es besteht eine starke Empfehlung. ≥90 % Nutzen
IIa Sollte erwogen werden Die Evidenz zeigt, dass die diagnostische Untersuchung, der Eingriff oder die Therapie nützlich und wirksam ist, jedoch in geringerem Ausmaß als bei Klasse I. 75–89 % Nutzen
IIb Kann erwogen werden Die Evidenz zeigt, dass die diagnostische Untersuchung, der Eingriff oder die Therapie einen geringen, jedoch vorhandenen Nutzen für den Patienten hat. 50–74 % Nutzen
III Wird nicht empfohlen Die Evidenz legt nahe, dass die diagnostische Untersuchung, der Eingriff oder die Therapie nicht nützlich ist oder dem Patienten schaden kann. <50 % Nutzen, möglicher Schaden für den Patienten

Diese Leitlinien sind inoffiziell und stellen keine offiziellen Leitlinien dar, die von einer kardiologischen Fachgesellschaft herausgegeben wurden. Sie dienen ausschließlich zu Bildungs- und Informationszwecken.

Peter Blahut, MD

Peter Blahut, MD (Twitter(X), LinkedIn, PubMed)